Urlaub in Tschechien

Die Republik Tschechien ist ein noch junger Binnenstaat in Mitteleuropa, die Gründung erfolgte 1993 als ein Teil und Nachfolger der Tschechoslowakei. Seit Mai 2004 gehört Tschechien zur Europäischen Union. Das Staatsgebiet wird durch die Kammlinien der umgebenden Mittelgebirge topografisch deutlich markiert. Nach Westen (Deutschland) ist die Grenze der Böhmerwald, nach Norden (Deutschland/Polen) das Erzgebirge und die Sudeten und in Richtung Osten (Slowakei) die Weißen Karpaten. Die Südgrenze zu Österreich hingegen bildet ein welliges Hügelland mit dem Fluss Thaya als Trennlinie. Die Böhmisch-Mährische Höhe teilt Tschechien in die historischen Regionen Böhmen und Mähren, wobei der westliche böhmische Teil rund zwei Drittel der Gesamtfläche einnimmt. Die Topografie im Landesinneren ist geprägt durch fruchtbare Beckenlandschaften und niedrige Höhenzüge (Böhmisches Hügelland), die von Flusstälern durchzogen werden. In der Region um Prag treffen aus drei Richtungen die wichtigsten Flüsse zusammen, dies sind Beraun und Eger von Westen her, die Moldau aus Süden und die Elbe von Osten. Durch das Böhmische Mittelgebirge (Nationalpark „Böhmische Schweiz“) verlassen sie als Elbe das Land nach Norden in Richtung Elbsandsteingebirge. Die tschechische Hauptstadt Prag war bereits im Mittelalter ein bedeutendes Handelszentrum, die reichen Erzvorkommen der Gebirge führten zu der Bezeichnung „Goldene Stadt“. Prag ist durch das geschlossene historische Stadtbild mit den vielen Kirchen ein sehr beliebtes Reiseziel, sehenswert sind v.a. die Altstadt, der Hradschin, die Karlsbrücke, der St.-Veits-Dom und das Palais Schwarzenberg. Bei einem Besuch sollte man auch die gute böhmische Küche ausprobieren und ein dunkles Bier in der Kneipe „U Kalicha“ bei dem Soldaten Schwejk genießen.

Der Böhmerwald wurde erst im 9. Jahrhundert besiedelt, er diente zunächst als Holzlieferant und war ab 1700 eine Hochburg der Glasherstellung (Bleikristall). Heute gehören große Flächen zum Nationalparkgebiet „Šumava“. Die unberührten Naturlandschaften und ursprünglichen Wälder sind ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Wanderer und Radfahrer, die hier ein dichtes Netz von markierten, z.T. grenzübergreifenden Wegen vorfinden. Im südlichen Böhmerwald lässt sich ein Sommerurlaub im Ferienhaus zusätzlich auch mit Wassersport verbinden, denn der Lipno-Stausee bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Schwimmen, Surfen, Rudern und Segeln. Das sehr fischreiche Gewässer ist außerdem ein bekanntes Angelrevier. Auf dem Radweg rund um den See lassen sich Ausflüge nach Oberplan (Adalbert-Stifter-Geburtshaus), Krumau (Altstadt, Schloss), Friedberg (historischer Ortskern) und Hohenfurth (Kloster) unternehmen. Eine technische Besonderheit ist der Schwarzenbergsche Schwemmkanal, der früher zum Holztransport nach Österreich diente. Er überbrückt hier die europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.

Der Kaiserwald liegt ganz im Nordwesten von Tschechien zwischen Böhmerwald und Erzgebirge. Fichten- und Buchenwälder wechseln sich hier ab mit weiten Moorflächen, in denen v.a. Kiefern und Birken wachsen. Die Region gehört zu einer geologisch aktiven Störungszone („Egergraben“), die viele Mineral- und Thermalquellen hervorbringt. Dies hat schon sehr früh zur Gründung von bekannten Badeorten geführt (Karlsbad, Marienbad, Franzensbad), die zu einem längeren Kuraufenthalt einladen. Als Abwechslung bietet sich ein Spaziergang durch die Altstadt von Eger oder eine leichte Wanderung im Naturschutzgebiet Soos an.

Der Höhenzug des Erzgebirges trennt auf einer Länge von ca. 140 km die Länder Böhmen und Sachsen, die höchste Erhebung ist der Klinovec (Keil-Berg) mit 1.244 m üNN. Ab dem 12. Jahrhundert wurden hier die ersten Erzvorkommen (v.a. Silber und Zinn) entdeckt und abgebaut. Bei einer Wanderung durch das Erzgebirge kann man in den Städten noch Zeugnisse aus der bergmännischen Vergangenheit antreffen, z.B. in Platten (Horni Blatná), Gottesgab (Boži Dar), Sebastiansberg (Hora Sv. Šebestiána) und Joachimsthal (Jáchymov). In diesem Ort wurden im Mittelalter die silbernen „Joachimsthaler“ geprägt. Ein Fernwanderweg („Kammweg“) verläuft von Asch im Westerzgebirge bis zum höchsten Berg der Sudeten, der Schneekoppe (Snežka, 1.602 m üNN) im Riesengebirge. In dieser Region herrscht ein raues, kontinentales Klima, die Hälfte der Niederschläge fällt als Schnee. Hier lässt sich in den zahlreichen kleinen Skigebieten ein erholsamer, schneesicherer Winterurlaub vom Dezember bis zum April verbringen, und vielleicht trifft man bei einer Ski- oder Schneeschuhwanderung sogar auf die Spur von Rübezahl.